General Motors prüft Insolvenz von Saab

Irrtümlicherweise verbreiteten sich diesen Morgen einige Meldungen über die Insolvenz von Saab. Vor allem bei Twitter ist mir dies aufgefallen: Gleich mehrere Leute denen ich followe, zwitscherten solch eine Meldung. Allerdings ist anzumerken, dass Saab bisher noch keinen Insolvenzantrag gestellt hat. Vielmehr verhält es sich so, dass Eigentümer General Motors derzeit diese Möglichkeit prüft.

Allerdings dürfte dies die Sachlage kaum ändern: Wenn sich ein Konzern erfahrene Anwälte und Insolvenzexperten ins Haus holt, um die Möglichkeiten eines Insolvenzverfahrens zu überprüfen, so ist es um das Unternehmen nicht mehr sonderlich gut bestellt. In der Tat könnte es sein, dass in Schweden schon bald keine Bänder mehr vom Fließband laufen, sondern stattdessen die Lichter in den Produktionshallen ausgeschaltet werden (wobei einige Modelle auch in Deutschland und Österreich gefertigt werden).

Dass es Saab schon seit längerer Zeit sehr schlecht geht, ist kein großes Geheimnis. Das Unternehmen verkauft von Jahr zu Jahr weniger Fahrzeuge: Im vergangenen Jahr sollten laut „Focus Online“ noch rund 125.000 Autos vom Band gelaufen sein. Sehr verwunderlich ist dies meiner Meinung nach nicht: Das Modellmanagement hat General Motors nicht in den Griff bekommen - die Zeiten, in denen Saab den Geschmack des Mainstreams getroffen hat, liegen schon eine ganze Weile zurück. Außerdem konnten auch Saab Sondermodelle nicht zum ersehnten Erfolg führen.

Das Design der Marke gilt als vergleichsweise ausgefallen und wirklich preiswert sind die Autos auch nicht. Vor allem Architekten, Unternehmensberater und Lehrer gelten als die typischen Saabfahrer: Diese Gruppe ist durchaus dazu bereit, für solch ein Auto ein wenig mehr Geld zu bezahlen. Mir persönlich gefallen die Autos ebenfalls relativ gut, doch ein kurzer Blick auf die Fahrzeugpreise reicht schon aus, um wieder vernünftig zu werden.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich der schwedische Autohersteller halten kann. General Motors hat derzeit ganz andere Sorgen (man denke nur an die Probleme mit Opel), weshalb für eine Rettung von Saab schlichtweg das Geld fehlt  Und ein Käufer dürfte sich in diesen Zeiten wohl kaum finden lassen - allenfalls kauft sich ein Konzern den Markennamen. Daher ist es meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich, dass es mit der schwedischen Automarke demnächst zu Ende geht.

Kommentar hinterlassen