Wikileaks: Unnötige Polizeieinsätze in Deutschland
Aus gegebenem Anlass ist es wieder einmal an der Zeit, einen Off-Topic Beitrag zu bringen. Denn zeitweise ist es immer wieder erstaunlich, was in unserem Land alles passiert. Das vermutliche Netz-Highlight der Woche ereignete sich gestern Abend, als der in Jena wohnende Domaininhaber des deutschsprachigen Ablegers von Wikileaks im Mittelpunkt einer Hausdurchsuchung stand.
Gleich mit 11 Mann rückte die Polizei (wegen Gefahr im Verzug) an, um die Wohnung des Medienmachers zu durchsuchen. Grund ist die Veröffentlichung einer Liste, die gewisse Links enthält – zum Teil wird auf Seiten verwiesen, die kinderpornographische Inhalte aufweisen. Die Veröffentlichung der Liste hatte den Hintergrund, das Thema Netzsperren zu beleuchten. Immerhin wurde aufgezeigt, welche Domains gesperrt werden sollten.
In der Blogosphäre ist es längst zu einem Aufschrei gekommen – dank einem Tweet und bloggenden Supportern konnte die Sache schnell ins Rollen gebracht werden. Zahlreiche Blogger stellen sich die Frage, ob man unseren Staat noch als demokratischen Rechtsstaat bezeichnen kann. Zudem ärgert man sich über vollkommen unnötige Polizeiaktionen, die letzten Endes nichts anderes als die Medieninkompetenz führender Politiker belegen und den Steuerzahler eine Menge Geld kosten.
Es bleibt gespannt abzuwarten wie die ganze Angelegenheit ausgeht und wer letzten Endes die Verantwortung übernimmt. Im Web schlägt das Thema auf jeden Fall hohe Wellen, zumal die englischen Betreiber von Wikileaks bereits Pressemitteilungen (Auszüge finden sich bei Netzpolitik) verfasst haben und auch im Ausland über die Zustände in Deutschland diskutiert wird.
Tags: Blogs, Deutschland

[...] kürzlich haben wir hier im Blog über die Hausdurchsuchung beim Inhaber der Domain wikileaks.de berichtet. Aufgrund der Veröffentlichung einer Liste forderte [...]