Unser Aushängeschild: Deutsche Bank löst Daimler ab

Eigentlich gilt Daimler als das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft schlechthin. Doch die Zahlen, die der Autokonzern für das erste Quartal 2009 präsentiert hat, sehen nicht besonders rosig aus. Der prestigeträchtige Konzern musste einen Verlust von rund 1,3 Mrd. Euro für das Quartal verbuchen – Erfolge sehen anders aus.

Es ist die Autokrise, die den Konzern mit voller Wucht erwischt hat. Die Abwrackprämie hilft dem Autohersteller nur wenig: Zwar verkauft sich der Smart derzeit sehr gut, doch bei Mercedes sieht es erbärmlich aus. Immerhin ist der Fahrzeugabsatz um gut 30 Prozent eingebrochen – da kann auch die neue E-Klasse nicht helfen. Stattdessen bleibt nur zu hoffen, dass der Plan von Dieter Zetsche aufgeht, aus der Krise gestärkt hervorzugehen (Konzentration auf das Premiumsegment und Entwicklung effizienter Fahrzeuge). Doch zuvor müssen die Daimler Mitarbeiter erst einmal Einkommenseinbußen (einige haben bereits Widerstand angekündigt) in Kauf nehmen – so möchte der Konzern Milliarden einsparen.

Anstelle von Daimler mimt nun die Deutsche Bank das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Vorstand Josef Ackermann hat es sich nicht nehmen lassen, einen Gewinn zu verkünden, der die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen hat. Was Daimler im ersten Quartal an Verlust erzielt hat, weißt die deutsche Bank für denselben Zeitraum als Gewinn aus.

Allerdings darf man sich nicht täuschen lassen: Staatshilfen aus den USA sowie die Anwendung „spezieller Bilanzierungsregeln“ haben der Bank geholfen, dieses überraschende Ergebnis zu erzielen. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Schuss nicht schon im folgenden Quartal nach hinten losgeht, schließlich können nicht ständig neue Bilanzierungsregeln angewendet werden.

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