Die Zeichen deuten auf Fusion von Porsche und Volkswagen
Die vergangenen Jahre war Porsche nichts anderes als eine riesige Erfolgsstory: Kein anderer Autohersteller hat so profitabel gearbeitet. Im vergangenen Jahr hatte man es sogar geschafft, mehr Gewinn als Umsatz zu erzielen. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Wie längst bekannt sein dürfte, hat sich der in Zuffenhausen ansässige Sportwagenhersteller kräftig verhoben: Darlehen in Höhe von 9 Mrd. Euro lasten auf dem Autohersteller und fordern einen hohen Tribut in Form von Zinszahlungen.
Vorstands-Chef Wiedeking und sein CFO scheinen die Situation vollkommen falsch eingeschätzt zu haben. Seit das VW-Gesetz (das dem Land Niedersachen viel Macht einräumt) hindert Porsche daran, Volkswagen zu kontrollieren und somit auch auf die vollen Kassen des Autokonzerns zugreifen zu können. Weil dieser Zugriff fehlt und teure Anschlussfinanzierungen bevorstehen, stehen das Management von Porsche sowie die Eigentümerfamilien vor einem immens großen Problem: Eigentlich benötigt man noch mehr Kapital, doch niemand kann dieses günstig beschaffen.
Gestern fand in Salzburg ein Treffen der Eigentümerfamilien statt - mit dem Ziel eine Lösung für das Dilemma zu finden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Porsche und Volkswagen eine Fusion anstreben werden. Damit dürften die Träume von Wiedeking und Wolfgang Porsche für immer zunichte gemacht sein: Porsche wird Volkswagen nicht mehr kontrollieren können.
Dennoch ist Porsche nicht der ganz große Verlierer. Eine Fusion dürfte es dem Unternehmen leichter machen, sich an den Baukästen der anderen VW-Marken zu bedienen. Zwar konnte Porsche bereits auf die Teile zugreifen, allerdings soll sich der Zugriff bisher immer recht schwierig bzw. aufwendig gestaltet haben. Die Fusion könnte hier von Vorteil sein, weil sie sich vielleicht auch auf den Autoverkauf auswirkt und dazu beiträgt, die Fahrzeuge attraktiver und ggf. auch ein wenig günstiger zu machen.
Tags: Porsche, volkswagen, vw
