Öffnung der Standstreifen: So soll das Stauproblem gelöst werden
Ordentlich motorisierte Autos liegen sehr stark im Trend: Für immer mehr Autofahrer steht fest, dass ihr Auto ordentlich PS unter der Haube haben muss (kein Wunder, dass Audi den Audi A1 gar nicht erst mit ganz kleinen Aggregaten anbieten möchte). Gleichzeitig sind hohe Endgeschwindigkeiten gefragt - wenn ein Auto die 220 km/h Marke nicht knacken kann, wird es von einigen Leuten gar nicht erst als Auto betrachtet. Auf der anderen Seite muss man sich die Frage stellen, wo man denn derart beschleunigen und schnell fahren soll. Jetzt werden viele Leute mit Sicherheit auf die Autobahn verweisen. Doch sind wir mal ehrlich: Wo kann man heutzutage auf der Autobahn noch einigermaßen zügig fahren?
Das Stauaufkommen hat in den vergangenen Jahren sehr stark zugenommen. Auf den Autobahnstrecken, auf denen ich regelmäßig unterwegs bin, konnte man bis vor ungefähr acht Jahren noch einigermaßen durchkommen - damit meine ich, dass es nur relativ selten zur Entstehung von Stau kam. Heutzutage sieht das ganz anders aus: Mittlerweile ziehe ich es vor, auf vielen Strecken nachts zu fahren - und das nicht weil ich rasen möchte, sondern weil ich keine Lust habe, wertvolle Zeit unnütz im Stau zu verbringen.
Die Öffnung der Standstreifen soll die Lösung sein
Die neue Koalition will nun ein Problem für diese Lösung gefunden haben: Bei Stau sollen die Standstreifen geöffnet werden und somit den Verkehrsfluss verbessern. Die Regelung soll bundesweit gelten und somit zur Entlastung des Verkehrsaufkommens führen. Es ist anzumerken, dass die Standstreifen nicht grundsätzlich geöffnet werden sollen, sondern ausschließlich bei Stau. Dazu sollen an entsprechenden Steckenabschnitte, die als besonders staugefährdet gelten, Systeme zur Verkehrssteuerung installiert werden.
Der aktuell diskutierte Vorschlag wird von Experten zum Teil ganz unterschiedlich aufgenommen. Der ADAC soll ihn beispielsweise begrüßen. Wie eine Sprecherin des Automobilclubs mitteilte, soll die Nutzung des Standstreifens in der Tat dazu beitragen, Staus zu verhindern oder sie zumindest zu verkürzen.
Verkehrswissenschaftler beäugen den Vorschlag kritisch
Anders sehen dies Verkehrswissenschaftler. Gleich aus zwei Gründen betrachten sie den Vorschlag als kritisch: Zum einen soll die Standstreifennutzung ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko bergen. Tests, die in einigen Ländern durchgeführt wurden, zeigen zweifelsfrei auf, dass die Öffnung der Standstreifen zu Unfällen führt. Zum anderen kann der Verkehr sogar verlangsamt werden, insbesondere im Bereich der Ausfahrten.
Dementsprechend ist es fraglich, ob eine Freigabe der Standstreifen wirklich zum gewünschten Ziel führt. Wesentlich erfreulichere wäre der Ausbau gefährdeter Strecken: Neue Spuren kosten zwar wesentlich mehr Geld, verkörpern allerdings eine wesentlich bessere Lösung.

Das ist mal wieder typisch: Symptome bekämpfen anstatt der Ursache auf den Grund zu gehen. Dabei wird dann meist auf eine Lösung zurückgegriffen die sich neu anhört aber schon von anderen wieder verworfen wurde, weil sie mehr Nach- als Vorteile bringt.
Was ich mich noch frage, was ist mit Einsatzautos, die bei Staus auf dem Standstreifen zu einem Unfall fahren? Wenn der Standstreifen voller Autos ist, geht das ja wohl nicht, und so einfach können die auch nicht alle weiter links einfädeln, um die Rettung vorbeizulassen. Oder übersehe ich da was und das ist kein ernstes Problem?
[...] bald werden wir im öffentlichen Straßenverkehr zunehmend mehr Nummernschilder zu sehen bekommen, auf denen sich keine AU-Plakette befindet. Grund [...]