Navigationssysteme: Der Markt befindet sich im Umbruch

Es ist noch gar nicht lange her, als ich hier im Blog über die mobile Navigationslösung von Google berichtet habe, welcher der Suchmaschinenriese kostenlos anbieten möchte. Per Smartphone soll es möglich sein, die Software kostenlos zu nutzen – für die Nutzung wird letztlich nur eine Mobilfunkverbindung benötigt, damit ein Datenaustausch erfolgen kann.

Gestern hat „Spiegel Online“ genau dieses Thema aufgegriffen und einen tollen Beitrag veröffentlicht. Besonders zu Beginn des Beitrags wird auf die Problematik der Hersteller hingewiesen: Der Markt befindet sich im Umbruch. Mittlerweile befinden sich die Verbraucher in der Lage, vergleichsweise günstige Navigationslösungen zu kaufen.

Besonders schwer trifft es die Autohersteller

Vor allem die Autohersteller sind von dieser Entwicklung stark betroffen. Wer bei der Konfiguration eines Neuwagens, der von einem Premium-Hersteller stammt, ein Navigationssystem auswählt, muss vergleichsweise tief in die Tasche greifen. Schnell können Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro entstehen. Da fragt man sich als Käufer schon, ob es sich überhaupt lohnt, diesen Preis zu bezahlen. Immerhin haben die mobilen Navigationslösungen mittlerweile eine ganze Menge zu bieten.

Inzwischen sind immer mehr Autofahrer der Meinung, dass es gar nicht erforderlich ist, in die teuren Navigationssysteme der Autohersteller zu investieren. Die mobilen Navigationslösungen sind in der Anschaffung deutlich günstiger. Einige Käufer geben sogar an, dass ihnen sogar die gebotene Leistung besser gefällt bzw. die Systeme von Anbietern wie TomTom oder Navigon besser navigieren.

Die Autohersteller rüsten auf: Navigationssysteme sollen helfen, Kraftstoff zu sparen

Allerdings möchten sich die Autohersteller nicht so schnell geschlagen geben und arbeiten deshalb an der Weiterentwicklung ihrer Systeme. Diese Entwicklung ist nicht zu unterschätzen. So arbeitet beispielsweise BMW an einem Navigationssystem, welches Einfluss auf die Motorsteuerung bzw. auf das Energiemanagement nehmen soll. Wenn zum Beispiel absehbar ist, dass man bald eine Strecke mit ordentlichem Gefälle durchführt, so kann dieses zur Rekuperation bzw. zur Ladung des Akkus genutzt werden: Hybrid-Fahrzeuge sollen dann kurz vorher die Akkus noch leer fahren, um somit den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.

Natürlich stecken diese Technologien noch in den Kinderschuhen. Doch auf der anderen Seite ist absehbar, dass die Möglichkeiten, die geboten sind, noch lange nicht ausgenutzt werden.

Der aktuelle Gegner ist das Smartphone

Wie ich schon im ersten Satz geschrieben habe, sind derzeit die Smartphones damit beschäftigt, den Navigationsmarkt umzukrempeln. Allen voran das iPhone aus dem Hause Apple – wobei anzumerken ist, dass mittlerweile auch schon der iPod navigieren kann. Aus dieser Welt gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Bis vor kurzem musste man noch einen vergleichsweise stolzen Betrag investieren, um eine Navigationslösung downloaden zu können. Mit Skobbler hat sich dies geändert. Die Navigationssoftware stand anfangs für 3,50 Euro zum Download bereit und kostet jetzt knappe 8 Euro vorübergehend 4,90 Euro.

Weil sich die App so gut verkauft, bekommen es mehrere Anbieter mit der Angst zu tun. Unter anderem soll der bisherige Lieferant von Kartenmaterial die Zusammenarbeit aufgekündigt haben. Vielen Unternehmen passt es nicht, dass Navigationssoftware so billig verschleudert wird.

Wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, bleibt vorerst abzuwarten. Allerdings wird deutlich, dass Navigation auf dem Smartphone nicht teuer sein muss und wir in Zukunft wohl weiterhin mit sinkenden Preisen rechnen können.

Eine Reaktion auf “Navigationssysteme: Der Markt befindet sich im Umbruch”

  1. [...] eingesetzt. Da wundert es nicht, dass so mancher Smartphone-Besitzer vom Kauf eines mobilen Navigationssystems absieht und sich stattdessen für eine App entscheidet, mit der das eigene Smartphone spielend [...]

Kommentar hinterlassen