Könnte die Marke Maybach auf Eis gelegt werden?

Die beiden Wirtschaftszeitungen „Financial Times Deutschland“ (FTD) und „Handelsblatt“ haben gestern Beiträge über das so genannte Markensterben in der Automobilbranche veröffentlicht. Im Rahmen der Beiträge wurde unter anderem über Daimler’s Luxusmarke „Maybach“ berichtet, über deren Zukunft das Management von Daimler noch nicht endgültig entschieden hat.

Die Diskussion ist auf eine Aussage von Daimler Vorstand Dieter Zetsche zurückzuführen. Als der Manager auf der Detroit Motor Show nach der Zukunft der Marke für Luxusfahrzeuge gefragt wurde, sagte er, dass eine langfristige Entscheidung noch nicht gefallen sei. Für Antworten dieser Art sind Manager bekannt - letztlich ist nicht einmal ansatzweise klar, wie es weitergehen wird. Es wurde weder bestätigt, dass es die Marke Maybach auch in Zukunft geben, noch dass sie eingestampft wird.

Dabei ist das Einstampfen von Automarken derzeit schwer angesagt. Man denke vor allem an das US-Unternehmen General Motors, das erst kürzlich in die Insolvenz gehen musste. Das Unternehmen hat sich von einer Vielzahl einst namhafter Automarken verabschiedet. Grund: Sie waren letztlich nicht mehr rentabel.

Auch was Maybach angeht, so herrscht eine Ungewissheit über die Rentabilität der Marke. Wie die FTD berichtet, hat die luxuriöse Daimler Tochter in 2009 gerade einmal 200 Fahrzeuge verkauft. Der britische Konkurrent Rolly Royce (eine Tochter des Erzrivalen BMW) konnte hingegen 900 Einheiten seines „Phantom“ absetzen - laut „Welt Online“ sogar 1002 Einheiten. Das neue Modell „Ghost“, das Rolls Royce in diesem Jahr an den Start schicken wird, könnte den Absatz noch einmal kräftig erhöhen. Preislich liegen der Maybach und das Phantom übrigens in etwa gleich auf. Wer einen Autokaufvertrag für einen Maybach unterzeichnet, muss für den Neuwagen mindestens 390.000 Euro auf den Tisch legen. Für das Phantom werden mindestens 370.000 Euro fällig. Je nach Modellvariante und Ausstattung können beide Luxuslimousinen Neuwagenpreise von gut einer halben Million Euro erreichen.

Ob sich Daimler von der ruhmreichen Marke Maybach wieder trennt, lässt sich im Endeffekt nur schwer sagen. Immerhin hat der Konzern große Summen in den Aufbau der Marke investiert - und ein Verkauft dürfte kaum in Frage kommen, weil Maybach und Mercedes seit jeher stark miteinander verbunden waren.

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