Honda wartet mit genialer Wasserstofftankstelle auf

Zweifelsfrei hat Wasserstoff das Potential, Kraftstoff der Zukunft zu werden. Er könnte die verschiedensten Fahrzeuge antrieben, ganz egal ob Pkw, Lkw oder Motorrad. Allerdings sind wir von einer solchen Zukunft noch weit entfernt, was gleich auf mehrere technische Herausforderung zurückzuführen ist, denen sich die Ingenieure konfrontiert sehen. Hierzu zählt neben der längerfristigen Speicherung im Auto (die von BMW sogar als Grund genannt wird, im Wasserstoffbereich etwas kürzer zu treten) vor allem die Erzeugung von Wasserstoff. Der bisher industriell zur Verfügung gestellte Wasserstoff wird nämlich als fossiler Energieträger gefördert.

Theoretisch sowie auch praktisch ist es möglich, Wasserstoff im Rahmen ökologischer Verfahren zu produzieren. Allerdings gibt es ein Problem: Was im Labor funktioniert, lässt sich in industriellen Maßstäben noch nicht umsetzen. Dementsprechend wäre es nicht möglich, ein Netz an Wasserstofftankstellen aufzubauen und dieses mit regenerativem Wasserstoff zu versorgen.

Der Autohersteller Honda könnte eine Lösung für dieses Problem gefunden haben. Anstatt den Wasserstoff in großen Anlagen zu produzieren und ihn dann über Wasserstofftankstellen bereitzustellen, könnten die Autofahrer bzw. die einzelnen Haushalte mit kleineren Anlagen ihren eigenen Wasserstoff produzieren. Dass dies keine Zukunftsvision, sondern schon heute möglich ist, hat das Unternehmen bereits bewiesen. Seit kurzem betreibt das Unternehmen im sonnigen Kalifornien eine Mini-Wasserstofftankstelle, die kleine Mengen an Wasserstoff mit Hilfe von Wasser und der Sonnenergie erzeugt. Die Japaner können sich vorstellen, dass jeder Haushalt eine solche Station aufstellt und somit das Auto selbst mit Wasserstoff versorgt.

Die Funktionsweise ist wie folgt gedacht: Der Autofahrer verbindet nach der Ankunft zu Hause sein Fahrzeug mit dem Wasserstofferzeuger. Dieser erzeugt Wasserstoff und leitet ihn über die Kraftstoffleitung umgehend in den Tank. Dies soll nachts erfolgen - zwar scheint dann nicht die Sonne, aber die zur Umwandlung benötigte elektrische Energie kann tagsüber gespeichert werden oder man bezieht günstigen Nachtstrom. Innerhalb von acht Stunden wird auf diese Weise ungefähr ein halbes Kilogramm an Wasserstoff erzeugt. Das ist nicht unbedingt viel, doch der Durchschnittsfahrer könnte damit geradeso zurechtkommen.

Im Grunde klingt diese Lösung geradezu ideal. Allerdings stellt sich die Frage, ob eine solche Lösung wirklich umgesetzt werden kann. Die kleine Wasserstofftankstelle könnte unter Umständen ganz schön teuer sein. Außerdem werden die Mineralölkonzerne über diese Technologie nicht gerade erfreut sein, weil sie ihre Tankstellen dann womöglich ganz schließen könnten. Daher ist es fraglich, ob wir unsere Autos jemals auf diese Weise betanken werden.

Eine Reaktion auf “Honda wartet mit genialer Wasserstofftankstelle auf”

  1. [...] jedoch nicht davon auszugehen, dass sich die Situation an den Tankstellen wieder ändern wird (bis andere Kraftstoffe etabliert sind, wird noch viel Zeit vergehen). Zwar ist die Zurückhaltung nach wie vor sehr groß, [...]

Kommentar hinterlassen