Gedanken zur Vorschlag Horst Köhlers, die Spritpreise zu erhöhen
Am Wochenende hat Bundespräsident Horst Köhler eine längere Rede gehalten und dabei verschiedene aktuelle Themen angesprochen. Unter anderem ging es auch um die Förderung grüner Technologien, in deren Bereich Deutschland einen Spitzenplatz einnehmen könnte. Um dies zu erreichen bzw. die Forschung und Entwicklung solcher Technologien zu fördern, sprach er sich für eine Erhöhung der Spritpreise aus. Diese Aussage hat in den letzten Tagen ordentlich für Trubel gesorgt.
Es ist schon erstaunlich, auf welche Aussagen man so stößt, wenn man sich durch Blogs und die dort zu findenden Kommentare liest. Auf der einen Seite gibt es Leute, die den Präsidenten maßlos beschimpfen und sich über seinen Vorschlag nur ärgern, auf der anderen Seite gibt es auch Befürworter, die sich bewusst für die Förderung neuer Technologien aussprechen und daher den Vorschlag des Präsidenten für höhere Benzin- und Dieselpreise befürworten.
Ein richtig oder falsch kann es jedoch nicht geben. Auf der einen Seite sind Benzin und Diesel nicht günstig - gerade Pendler müssen oftmals einen beachtenswerten Teil ihres Einkommens aufwenden, nur um Kraftstoff erwerben zu können. Auf der anderen Seite kann es auf Dauer nicht so weitergehen wie bisher. Auf lange Sicht muss die Unabhängigkeit vom Erdöl gesteigert werden, weil der Rohstoff Erdöl nicht dauerhaft verfügbar sein wird und Deutschland ohnehin über keine nennenswerten Ölquellen verfügt.
Ob die Lösung darin besteht, die Spritpreise zu erhöhen, halte ich für zweifelhaft. Letztlich liegt es an den Unternehmen, neue Technologien zu entwickeln. Aber auch die Autofahrer müssen einen Beitrag leisten. Wer grundsätzlich nur stark motorisierte Autos fährt, signalisiert gegenüber den Autoherstellern nicht gerade ein Interesse an sparsamen Fahrzeugen. Dasselbe gilt auch für Unternehmen, die beim Firmenwagen Leasing nicht immer die beste Entscheidung treffen. Und im Grunde kann man froh darüber sein, dass Premiumhersteller wie Audi, BMW, Daimler und Porsche viel Geld in die Entwicklung von Hybrid-Fahrzeugen und Elektroautos investieren - und das, obwohl es viele Blogger und Kommentarschreiber gibt, die keine Ahnung von Nachhaltigkeit haben und diese Versuche auch noch kritisieren.
Natürlich ist es auch nicht gerade hilfreich, wenn Politiker schwere Dienstwagen fahren und damit die Verschwendung von Ressourcen auch noch fördern. Doch zum Glück gibt es auf der anderen Seite auch Personen, die viel Geld für die ersten und zugleich sehr teuren Hybrid-Fahrzeuge der Premium-Hersteller ausgeben. Diese Autofahrer sind es nämlich, die maßgeblich zur Finanzierung neuer Spritspartechnologien (z.B. effizientere Akkus für Elektroautos) beitragen.
Tags: Benzinpreis, Diesel, Hybridantrieb

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