Smart und Twingo wachsen zusammen
Erst konnte ich es kaum glauben, aber die Nachricht wurden inzwischen von mehreren Seiten bestätigt: Daimler und Renault möchten in Zukunft kooperieren und vor allem im Bereich der Entwicklung von Kleinfahrzeugen zusammenarbeiten. Dies hat zur Folge, dass sich der Smart und der Renault Twingo in Zukunft eine gemeinsame Plattform teilen sollen. Die Plattform mit Heckantrieb soll die Basis für beide Kleinwagen bilden.
Bisher könnten Smart und Twingo kaum unterschiedlicher sein. Der Twingo zählt zu den günstigsten Kleinwagen am Markt und genießt nicht unbedingt den besten Ruf. Der Smart steht zwar auch nicht unbedingt bei allen Leuten hoch im Kurs, doch immerhin wird er von vielen als Lifestyle-Auto betrachtet und wartet außerdem mit guten Verbrauchswerten auf. Ob eine Zusammenführung der beiden Marken sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Vor allem Daimler könnte hierbei den Kürzeren ziehen. Denn wer möchte schon einen Smart fahren, der im Grunde baugleich mit einem Twingo ist?
Die Plattform für Smart und Twingo soll im Übrigen auch die Fahrwerke und Motoren beinhalten. Angeblich soll es sich für Daimler nicht lohnen, Kleinwagen-Motoren mit drei und vier Zylindern zu entwickeln. Daher werden die Motoren künftig von Renault stammen. Des Weiteren soll Renault auch die Motoren für die künftige Mercedes A-Klasse und B-Klasse liefern. Die Absichten, die Daimler mit dieser Strategie verfolgt, sind letztlich klar: Für den Konzern lohnt es sich nicht, in vollem Umfang in die Entwicklung und Produktion von Kleinwagen einzusteigen: Da arbeitet man lieber mit einem Partner, um somit die Kosten zu senken. Ob diese Strategie bei den Kunden ankommt, die Premium-Qualität erwarten, ist natürlich fraglich. Etliche Mercedes Kunden, die sonst mit einer schweren Limousine (teilweise sogar mit Diplomatenkennzeichen) durch ihr Flügeltor preschen, haben einen Smart als Zweitwagen oder Drittwagen in der Garage stehen.
Natürlich profitiert auch Renault von der Kooperation. Nicht nur die Motorenproduktion dürfte sich für die Franzosen lohnen. Immerhin sieht die Kooperation vor, dass Renault auf Lithium-Ionen Akkus von Daimler zurückgreifen kann. Dies lässt darauf schließen, dass sich Renault stärker im Bereich der Hybridautos oder gar Elektroautos engagieren möchte. In diesem Bereich kann Daimler inzwischen auf gutes Knowhow blicken, schließlich hat man sich beim Elektroauto-Spezialisten Tesla Motors in Kalifornien eingekauft.
Tags: Daimler, Renault, Renault Twingo, Smart

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