Gedanken zum Luis 4u green

Es gibt Autos, bei denen weiß man manchmal nicht so recht, was man von ihnen halten soll. Mir geht es zumindest so, wenn ich den Luis 4u green betrachte. Bereits in der vergangenen Woche sorgte das Auto für einige Schlagzeilen, da es ein neues Segment auf dem deutschen Automobilmarkt bedient. Es handelt sich um ein SUV mit Elektroantrieb, das schon bald (laut Hersteller bereits in wenigen Wochen) erhältlich sein soll.

Wer dieses Blog regelmäßig liest, wird wissen, dass ich ein großer Fan von Elektrofahrzeugen bin. Allerdings müssen diese Autos auch etwas zu bieten haben - und beim Louis 4u green bin ich mir nicht so ganz sicher, was da kommen wird. Um ein besseres Bild zu vermitteln, werde ich an dieser Stelle kurz die wichtigsten Rahmendaten aufzählen. Da wäre zunächst einmal das Basisfahrzeug, das eine gewisse Ähnlichkeit zur früheren Mercedes M-Klasse (ohne Schwellerrohre) mit sich bringt. Allerdings handelt es sich um ein chinesisches Fabrikat, dessen Hersteller mir nicht bekannt ist. Dass ein chinesisches Fabrikat gewählt wurde, verwundert nicht: Ein niedriger Basispreis erlaubt es, den Elektroantrieb einzubauen, ohne den Fahrzeugpreis zu sehr in die Höhe zu treiben.

Der Elektromotor verfügt über eine Leistung von 27 kW und treibt die Vorderräder an. Seine Energie bezieht der Motor von einem Lithium-Eisen-Phosphat Akku, der eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern garantieren soll. Außerdem soll der Akku mindestens 1.500 Ladevorgänge problemlos mitmachen. Zur Schonung des Akkus bzw. zur Verlängerung der Reichweite wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h begrenzt. An einer kräftigen 400V Ladestation soll der Akku innerhalb von 20 Minuten zu 90 Prozent geladen sein.

Wer das Auto ordern möchte (Vorbestellungen werden vom Anbieter, der im schleswig-holsteinischen Ammersbek ansässig ist, bereits entgegengenommen), muss knapp 50.000 Euro auf den Tisch legen. Nun stellt sich mir die Frage, ob das Fahrzeug diesem Preis gerecht wird. Im Vergleich zu anderen Elektrofahrzeugen scheint der Preis angemessen zu sein. Ein Schnäppchen ist das Auto zweifelsfrei nicht, auf der anderen Seite gibt es kostspieligere Elektro-Fahrzeuge. Auf den ersten Blick (unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen) meine ich, dass das Preisleistungsverhältnis stimmt. Was mich ein wenig stutzig macht ist der chinesische Hersteller, der das Basisfahrzeug produziert. Schon mehrere Importeure haben sich an entsprechenden Fahrzeugen versucht, konnten aber nur Teilerfolge erzielen. Der niedrigere Fahrzeugpreis kommt im Regelfall nicht von Ungefähr, weshalb man sich natürlich genau überlegen sollte, ob das Fahrzeug für einen Kauf tatsächlich in Frage kommt. Ob Probefahren möglich ist, weiß ich nicht - Fakt ist, dass ich das Auto jedenfalls nicht ordern würde, bevor ich ein paar Runden darin gedreht habe.

Die Muttergesellschaft des Anbieters, die Luis AG, ist übrigens schon länger im Automobilbereich tätig. Das Unternehmen ist vor allem für seine Rückfahrsysteme bekannt. Wer eine gute Rückfahrkamera sucht, dürfte beim norddeutschen Unternehmen sicherlich auf eine gute Lösung stoßen.

Update: 2 Hinweise / Ergänzungen, die mir von der LUIS AG mitgeteilt wurden:

Selbstverständlich sind Probefahrten mit dem Fahrzeug möglich. Diese finden am Firmensitz in Ammersbek statt. Am Besten nach vorheriger Anmeldung. Hiervon machen unsere Kunden derzeit übrigens regen Gebrauch.

Klarzustellen ist weiterhin: Die LUIS Motors GmbH ist kein Importeur eines Fahrzeuges, sondern sie hat dieses Fahrzeug als Elektroversion entwickelt und die Auftragsfertigung gemeinsam mit einem chinesischen Joint-Venture-Partner in der Nähe von Shanghai gebündelt. Es handelt sich somit um ein Fahrzeug, das allen europäischen Ansprüchen genügt.

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Eine Reaktion auf “Gedanken zum Luis 4u green”

  1. [...] noch stärker mit seinem Design von den anderen Autoherstellern abheben. Zugleich soll das Thema Elektroauto im Vergleich zu anderen Herstellern früh umgesetzt werden. Ab dem nächsten Jahr wird man den Opel [...]

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