E10 Verträglichkeit ist immer noch Streitthema

Bereits seit Wochen streiten sich Autofahrer, Autohersteller, Tankstellenpächter und Mineralölkonzerne über den E10 Kraftstoff. Die Autofahrer bemängeln die Qualität des Kraftstoffs. Aus Angst, das E10 Super Benzin könnte ihre Fahrzeuge beschädigen, wird der Kraftstoff schlichtweg ignoriert. Weil konventioneller Super Kraftstoff an den meisten Tankstellen nicht mehr erhältlich ist, wird mit Groll zum Superplus Kraftstoff gegriffen, der deutlich weniger Ethanol (oder gar kein Ethanol?) enthält, aber dafür auch ein ganzes Stück teurer ist.

Bisher ist es mir nicht gelungen, dieses Thema aufzugreifen, weil schlichtweg die Zeit gefehlt hat. Aber nun möchte ich die Gelegenheit nutzen und ein paar Worte zur E10 Verträglichkeit loswerden. Zunächst einmal ist anzumerken, dass die Zweifel einiger Autofahrer nicht unberechtigt sind. Mehrere Experten (und zwar wirklich Automobilexperten, die sich mit Verbrennungsmotoren und den Prozessen bei der Kraftstoffverbrennung auskennen) stellen dem E10 Kraftstoff ein schlechtes Zeugnis aus. Es kann durchaus Schäden am Fahrzeug entstehen lassen. Besonders Schläuche und Dichtungen gelten als gefährdet. Außerdem wird von einigen Seiten sogar behauptet, es könnte Komplikationen in Verbindung mit dem Motoröl geben.

Auf der anderen Seite muss gesagt werden, dass es relativ viele Fahrzeuge gibt, die mit dem neuen E10 Benzin relativ gut klar kommen. Die meisten Autofahrer könnten den Kraftstoff also bedenkenlos tanken. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass man längst nicht an jeder Tankstelle tatsächlich E10 tankt, nur weil die Kraftstoffbezeichnung auf der Zapfsäule steht. Wie inzwischen mehrere Untersuchungen belegen, gehen die Mineralölkonzerne gar nicht so weit, dass sie E10 Benzin anbieten. Oft ist der Anteil an Bio-Ethanol deutlich geringer. Um nicht die technische Zumutbarkeit der Fahrzeuge zu erreichen, wird an den meisten Zapfsäulen lediglich ein Bio-Ethanol Anteil von bis zu 7,5 Prozent gemessen. Teilweise ist es jedoch so, dass noch nicht einmal die Grenze von 5 Prozent erreicht wird.

Trotz der Proteste vieler Autofahrer, die bewusst auf einen Tankboykott bzw. einen E10 Boykott setzen, ist jedoch nicht davon auszugehen, dass sich die Situation an den Tankstellen wieder ändern wird (bis andere Kraftstoffe etabliert sind, wird noch viel Zeit vergehen). Zwar ist die Zurückhaltung nach wie vor sehr groß, doch inzwischen gehen immer mehr Autobesitzer dazu über, E10 zu tanken. Ich zähle übrigens auch dazu: Beim ersten Mal war ich an der Zapfsäule noch verunsichert und habe deshalb Superplus Benzin getankt, doch seitdem ich weiß, dass alle Smart Modelle den Kraftstoff vertragen, tanke ich nur noch E10 - der Aufpreis für Superplus ist mir einfach zu hoch. Seit den Schwierigkeiten in Libyen haben die Benzinpreise ohnehin spürbar angezogen.

Die meisten Autofahrer, dürften mit dem Kraftstoff problemlos klar kommen. Lediglich wenn es um ganz besondere oder eben auch sehr empfindliche Autos geht, gilt es vorsichtig zu sein. Das Oldtimer Cabrio meines Vaters würde ich zum Beispiel niemals mit E10 betanken - da käme auch für mich ausschließlich Superplus Kraftstoff in Frage.

Eine Reaktion auf “E10 Verträglichkeit ist immer noch Streitthema”

  1. georg schrieb am 6. April 2011, 01:24

    nur mal so viel: würden die Fahrzeuge nicht E10 tauglich sein, so würde m.E. KEIN Autobauer eine Freigabe erteilen. Letztendlich ist er der Gelackmeierte da er auch die Garantie hat. Im übrigen: moderne, intelligente Motoren verbrauchen sogar weniger E10 als SuperPlus, DeKra fand diesa auf dem Prüfstand heraus!

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