Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Autowelt

Kein anderes Thema wird in den Medien derzeit so häufig aufgegriffen wie die globale Finanzkrise. Die Krise, die ihren Lauf in den USA nahm und zunächst nur als Subprime-Krise bezeichnet wurde, hat sich in den vergangenen Tagen stark ausgeweitet und betrifft inzwischen auch die Automobilindustrie sowie die Autofahrer selbst: Die Autohersteller klagen über einen spürbaren Rückgang der Nachfrage und die Autofahrer fragen sich, warum der Benzinpreis einfach nicht fallen will.

Zunächst einmal zu den Autoherstellern. Es ist in der Tat so, dass die Unternehmen aus der Automobilindustrie schon bessere Zeiten erlebt haben. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation halten sich die Kaufinteressenten zurück, was die Hersteller unmittelbar zu spüren bekommen. Bereits zu Beginn hat Opel angekündigt, dass die Bänder in einigen Werken (Bochum und Eisenach) für drei Wochen still stehen werden. Auf diese Weise sollen erst einmal Überstunden abgebaut und Entlassungen verhindert werden. Laut einem Bericht der „Bild“ -Zeitung sind bei Opel unmittelbar 5.000 Mitarbeiter betroffen.

Auch auf den Benzinpreis hat sich die Krise ausgewirkt. Innerhalb weniger Tage sind die Preise für Rohöl stark gesunken. Unter anderem wird an dieser Entwicklung ersichtlich, dass auch Spekulanten für die hohen Ölpreise der vergangenen Monate verantwortlich waren: Weil den Hedgefonds plötzlich das Kapital fehlt, hat die Preistreiberei ein Ende.

Allerdings sind bisher nur die Preise für Rohöl gefallen – Benzin und Diesel halten sich hingegen auf konstantem Niveau. Diesbezüglich gehen die Meinungen stark auseinander: Die einen sprechen von Manipulation, die anderen glauben an die Gesetze des Marktes. Ich persönlich glaube, dass beide Seiten Recht haben: Sicherlich halten die Mineralölkonzerne die Spritpreise künstlich hoch – immerhin verdienen somit gutes Geld. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage in den vergangenen Monaten zurückgegangen und auch der Dollar hat gegenüber dem Euro an Wert gewonnen, wodurch der Preisrückgang gebremst wird.

Abschließend noch ein kurzer Hinweis. Inzwischen nutzen etliche Autofahrer die Gelegenheit, im Ausland günstig zu tanken. In Ländern wie zum Beispiel der Schweiz (die übrigens auch von der Finanzkrise betroffen ist) machen deutsche Autofahrer gern halt und machen sowohl den Fahrzeugtank wie auch den Ersatzkanister voll, schließlich lassen sich hierdurch ein paar Euro sparen. Wie ich beim Recherchieren für diesen Beitrag herausgefunden habe, dürfen 20 Liter Kraftstoff im Kanister mitgeführt werden – ein Thema, das immer wieder für Meinungsverschiedenheiten sorgt. Schon etliche Autofahrer wollten mir weiß machen, dass das Mitführen eines Ersatzkanisters nicht mehr zulässig sei.

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