Infos und Gedanken zur Abwrackprämie

Kein anderes Thema bewegte die Autowelt in den vergangenen Tagen so sehr wie die Abwrackprämie, die von der Regierung im Rahmen des Konjunkturpaket II beschlossen wurde. Zahlreiche Diskussionen sind zustande gekommen, weil die Konjunkturmaßnahmen – die umgangssprachlich auch als Verschrottungsprämie bezeichnet wird – nicht nur positiv aufgenommen wurde.

Zunächst einmal möchte ich an dieser Stelle kurz erläutern, was unter der Abwrackprämie zu verstehen ist und unter welchen Voraussetzungen sie zu erhalten ist. Im Grunde genommen ist dies schnell getan: Bei der Abwrackprämie handelt es sich um einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro durch den Staat, den jeder Bürger beziehen kann, der sein altes Fahrzeug verschrotten lässt und sich im Gegenzug einen Neu- oder Jahreswagen anschafft. Ziel der Regierung ist es, die alten Fahrzeuge von den Straßen zu holen und gleichzeitig die Neuwagenverkäufe anzukurbeln.

Was die Voraussetzungen für den Erhalt der Verschrottungsprämie betrifft, so gilt es gleich mehrere Punkte zu beachten. Zunächst einmal muss das alte Fahrzeug mindestens 9 Jahre alt sein. Auf den Halter muss das Auto mindestens ein Jahr zugelassen gewesen sein. Zugleich muss ein Nachweis durch die Verschrottung durch einen anerkannten Betrieb erbracht werden.

Wie einleitend bereits erwähnt wurde, kommt das Konzept nur bedingt an: Wirklich interessant ist die Prämie nur für diejenigen, die solch ein altes Fahrzeug besitzen und tatsächlich mit dem Gedanken spielen, einen Neuwagen oder Jahreswagen zu kaufen. Die Anzahl dieser Autofahrer dürfte relativ klein sein – die Schätzungen der Experten schwanken zwischen 100.000 und 300.000 potentiellen Käufern. Der Bund stellt 1,5 Mrd. Euro für die Prämie bereits, so dass theoretisch 600.000 Käufer in den Genuss der Prämie gelangen könnten.

Auf der anderen Seite gibt es etliche Autokäufer, die in die Röhre schauen und die 2.500 Euro Abwrackprämie nicht abgreifen können. Denn längst nicht jeder möchte sich gleich einen Neuwagen kaufen oder besitzt ein solch altes Fahrzeug. Ärgerlich ist es ebenso, wenn das alte Fahrzeug noch einen hohen Restwert hat – was bei den meisten Autokäufern der Fall sein dürfte – dann nutzt das Fahrzeugalter auch nichts. Ebenso darf die Ökobilanz nicht vergessen werden: Experten rechnen damit, dass viele Autos gar nicht verschrottet, sondern stattdessen in Entwicklungs- und Schwellenländer verschifft und dort noch lange weitergefahren werden.

Außerdem sind sich Experten sicher, dass die deutschen Autohersteller am wenigsten von der Abwrackprämie profitieren werden. Schätzungsweise werden sich die wenigsten Käufer zum Erwerb eines Autos entscheiden, dass von einem Premiumhersteller wie Audi, BMW oder Mercedes stammt. Wie „Spiegel Online“ schreibt, kommen die meisten preiswerten Fahrzeuge vor allem aus Italien, Frankreich, Spanien oder auch Korea.

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