Warum ist die Kfz-Versicherung für Elektroautos so teuer?

Eher per Zufall bin ich heute auf einen Beitrag der „Berliner Morgenpost“ zum Thema Kfz-Versicherung gestoßen. Alles in allem ist der Beitrag nicht gerade vorbildlich aufbereitet, doch zumindest gibt er ein paar Informationen preis, die mich wirklich zum Nachdenken gebracht haben. Es geht um des Tesla Roadster und dessen Versicherungsschutz, der in Deutschland alles andere als günstig zu sein scheint.

Wie dem Beitrag zu entnehmen ist, langen die Versicherer ordentlich zu. Wer für den Elektro-Sportwagen eine Vollkaskoversicherung abschließen möchte, muss mindestens 1.771 Euro an jährlichem Versicherungsbeitrag auf den Tisch legen. Der Versicherungsschutz wird in diesem Fall von der Allianz angeboten und ist an eine Selbstbeteiligung in Höhe von 500 Euro gekoppelt. Bei der HUK-Coburg, die den Tesla Roadster ebenfalls versichert, sieht die Situation nicht viel anders aus. Der Versicherer, der im Allgemeinen für niedrige Beiträge bekannt ist, erhebt eine jährliche Versicherungsprämie in Höhe von 1.994 Euro. Auch hier beträgt die Selbstbeteiligung 500 Euro pro Jahr. In beiden Fällen gelten die Beiträge für Kfz-Versicherungstarife, die für Zweitwagen abgeschlossen werden.

Nun könnte man natürlich argumentieren, dass der Tesla Roadster nicht einfach nur ein Elektroauto, sondern ein Sportwagen ist. Zugleich werden einige Leute bestimmt sagen, dass die Besitzer dieses Fahrzeugs ohnehin keine Schwierigkeiten damit haben dürften, den Versicherungsbeitrag aufzuwenden. Dennoch gilt es die Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen. Der Tesla Roadster ist ein Elektrofahrzeuge mit mittlerer Reichweite. Für ein Zweitfahrzeug ist der Beitrag immens hoch bemessen – zumal es ohnehin nicht möglich ist, mit dem Auto weite Distanzen zu überbücken. Vielmehr handelt es sich um ein Fahrzeug, das wohl eher für Ausfahrten bei schönem Wetter genutzt wird.

Der kompakte Beitrag der „Berliner Morgenpost“ hält zumindest eine Erklärung für die hohen Versicherungsbeiträge bereit. Die Problematik besteht darin, dass für Elektroautos noch keine Typklassen festgelegt wurden. Die Kfz-Versicherer nehmen daher eine individuelle Einstufung vor, was ihnen letztlich die Möglichkeit bietet, die Beitragshöhe fast nach Belieben festsetzen zu können. Wobei den genannten Anbietern zu Gute gehalten werden muss, dass sie den Sportwagen überhaupt versichern. Es gibt viele Versicherungsunternehmen, die für derartige Autos einen Versicherungsschutz gar nicht erst anbieten.

Dabei wäre es lobenswert, wenn sich mehr Versicherungsunternehmen öffnen bzw. spezielle Tarife für Elektrofahrzeuge anbieten würden. Die Etablierung von Elektroautos auf dem Fahrzeugmarkt gestaltet sich ohnehin schwierig, was an der geringen Fahrzeugauswahl sowie den hohen Anschaffungskosten liegt. Da sollte es meiner Meinung nach wenigstens möglich sein, die Autos günstig zu versichern. Im Grunde werden die Käufer mit den hohen Fahrzeugpreisen (die aufgrund des technologischen Aufwands gerechtfertigt sind) ohnehin schon bestraft. Eine zusätzliche Bestrafung durch hohe Versicherungsprämien ist daher nicht angebracht.

Schlagwörter: Elektroauto, Versicherung

Eine Reaktion auf “Warum ist die Kfz-Versicherung für Elektroautos so teuer?”

  1. […] Elektrofahrzeugen kann wegen des breiteren Drehzahlbereichs durchaus auf ein Getriebe verzichtet werden. Dennoch […]

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