Reimporte können Sicherheitsmängel aufweisen

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Autokäufer in Deutschland besonders stark zur Kasse gebeten werden. Vergleicht man die Neuwagenpreise mit den Preisen, die von denselben Autoherstellern in anderen Ländern verlangt werden, so tun sich teilweise enorme Preisunterschiede auf. Durch den Autokauf im Ausland lässt sich häufig eine satte Ersparnis erzielen.

Dies gilt auch für Fahrzeuge, die in Deutschland produziert werden. Erwirbt man sie im Ausland, um somit einen Preisvorteil zu erzielen, so spricht man auch von einem Reimport. So genannte Reimportfahrzeuge erfreuen sich bereits seit Jahren einer immens steigenden Beliebtheit. Der Grund wurde schon genannt: Beim Autokauf locken günstige Fahrzeugpreise. Die Ersparnis kann enorm sein, daher braucht man sich auch nicht darüber zu wundern, dass immer mehr Interessenten ernsthaft in Erwägung zu ziehen, einen Reimportfahrzeug zu kaufen.

Was viele Kaufinteressenten nicht wissen, ist die Tatsache, dass die Preisunterschiede nicht nur auf eine andere Preispolitik der Hersteller sowie auf Unterschiede bei der Mehrwertsteuer zurückzuführen sind. Auch die Ausstattung beeinflusst den Kaufpreis. Dies musste auch ein Autokäufer feststellen, der sich dazu entschlossen hatte, einen Opel Astra zu kaufen, der für den russischen Markt produziert wurde.

Der Autokäufer staunte nicht schlecht, als er feststelle, dass Opel das sonst serienmäßige ESP nicht verbaut hatte. Daraufhin forderte er vom Autoverkäufer (einem Händler) Nachbesserung. Als dieser nicht nachbessern wollte, zog der Autokäufer vor Gericht. Der Fall wurde vor dem Landgericht Karlsruhe verhandelt und führte zu einem interessanten Urteil: Weil der Verkäufer nicht nachbessern konnte und die fehlende Sicherheitsausstattung als Sachmangel einzustufen ist, darf der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten.

Für so manchen enttäuschten Autokäufer könnte dieses Gerichtsurteil ein gewisser Hoffnungsschimmer sein. Gleichzeitig darf der Fall auch als Warnschuss für andere Autokäufer betrachtet werden: Wer ein Reimport Fahrzeug kaufen möchte, sollte sich im Vorfeld genau über die Ausstattung informieren, damit es nach dem Kauf nicht zur Enttäuschung kommt. Zwar werden vor allem EU-Neuwagen intensiv beworben und die Autohändler locken mit großen Preisvorteilen, doch wenn die Ausstattung sichtliche Einschränkungen aufweist, gilt es sich den Fahrzeugkauf gut zu überlegen.

Schlagwörter: Autokauf, Opel

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