Ciento Once: Wirklich ein schönes Auto?

Es gibt ein neues Fahrzeug, das in den Automedien für Schlagzeilen sorgt. Gemeint ist der Ciento Once – ein Fahrzeug, dessen Namen nicht unbedingt auf die Marke Mercedes-Benz schließen lässt. Dabei handelt es sich um einen astreinen Mercedes, wie ihn die Welt schon lange nicht mehr gesehen hat. Denn es gab eine Zeit, da hatte man sich auch im Hause Mercedes betraut, wagemutige Fahrzeugdesigns anzugehen, die mit den sonst eher konservativ gehalten Designs weniger im Einklang stehen.

Der Ciento Once ist ein Prototyp, der von einem us-amerikanischen Mercedes-Tuner entwickelt wurde. Das Vorbild ist der Mercedes C 111, der im Jahr 1969 (laut Autobild) entworfen wurde und dann sogar in eine Kleinserie ging. Das Fahrzeug war als Supersportwagen konzipiert, konnte sich aber letztlich nicht behaupten, weil schon bald die Ölkrise folgte. Der Kraftstoffverbrauch war einfach zu groß und letztlich war das Design schon ein wenig speziell.

Der amerikanische Tuner GWA hat sich erlaubt, einen Prototyp auf Basis des C 111 zu entwickeln, der dem Vorbild erstaunlich ähnlich sieht. Genau genommen ist die Ähnlichkeit verblüffend. Es wurden lediglich kleine Änderungen vorgenommen. Die ausklappbaren Autoscheinwerfer wurden beispielsweise durch moderne Scheinwerfer ersetzt, die durch einen kleinen Streifen ragen und für eine ausreichende Beleuchtung sorgen. Ansonsten hat man sich sehr stark am Original orientiert.

Ein Beitrag, der vor allem mit einer guten Bilderserie punkten kann, ist bei Spiegel Online zu finden. Das erste Bild, auf welchem der Ciento Once in der Frontaufnahme zu sehen ist, gefällt mir persönlich richtig gut. Doch in der Seitenansicht kann das Fahrzeug bei mir einfach nicht punkten. Es sieht zu technisch aus – und irgendwie erinnert das Fahrzeugdesign an den Bugatti Veyron. Weil der Mercedes Entwurf jedoch schon älter ist, sieht es eher danach aus, als ob sich Bugatti am Design von Mercedes orientiert hat.

Der Sportwagen, der mit leistungsstarken Kfz-Teilen (z.B. Bremsscheiben) aus dem Hause AMG ausgestattet werden soll, könnte im Rahmen einer Kleinserie aufgelegt werden. Ob es soweit kommt, dürfte nicht zuletzt vom Feedbank vermögender Autofans abhängig sein. Ohne Vorbestellung dürfte hier gar nichts laufen. Mir stellt sich jetzt die Frage, ob Autofans tatsächlich dazu bereit sind, eine Menge Geld für ein Auto auszugeben, dessen Design schon deutlich an die 1960er Jahre erinnert. Außerdem dürfte nicht jeder Mercedes Fan zu überzeugen sein, denn das Design ist wirklich sehr speziell und steht mit den aktuellen Mercedes Modelle nicht unbedingt in Einklang – auch wenn man auf entsprechende technische Komponenten wie Bremsen, Motor oder Tiefbettfelgen zurückgreifen könnte.

Fakt ist jedoch, dass es dem Tuner GWA gelungen ist, eine Menge Aufmerksamkeit zu erregen, ohne Bilder oder Videos leaken zu müssen. So viel Erfolg in Sachen PR hat Daimler längst nicht immer.

Schlagwörter: Mercedes Benz

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