Lekker Mobil: Spontane Selbstentzündung?

Anfangs war ich ja Feuer und Flamme vom Lekker Mobil, dem Elektroauto, das einen neuen Reichweitenrekord aufgestellt hat. In zahlreichen Medien wurde über die Rekordfahrt berichtet – und auch hier im Blog habe ich einen Beitrag verfasst. Doch schon kurz nach der Rekordfahrt kamen erste Zweifel auf. Einige Stimmen behaupteten, das Unternehmen DBM, das für die Entwicklung und Umrüstung des Elektrofahrzeugs verantwortlich ist, habe geschummelt.

Vor allem der ADAC hat sich mächtig ins Zeug gelegt. Man wollte nicht so ganz glauben, dass die Strecke von rund 600 Kilometern so problemlos zurückgelegt werden konnte. Deshalb bot der ADAC an, eine neutrale Untersuchung vorzunehmen und ggf. zu bestätigen, dass die Reichweite mit dem Auto tatsächlich erzielt werden kann. Nun sollte man eigentlich annehmen, dass DBM auf dieses Angebot eingeht, schließlich geht es auch darum, einen Ruf zu verteidigen. Allerdings ist es nie zu einer solchen Untersuchung gekommen.

Diese scheint nun auch nicht mehr durchführbar zu sein. Wie bei Golem zu lesen ist, fiel das lekker mobil doch tatsächlich einem Brand zum Opfer. Wenn man so etwas liest, stellt sich schnell die Frage, ob dies ein Zufall ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es Zufälle gibt, die äußerst unglaublich klingen – doch ist das Fahrzeug in der Tat einfach so in Flammen aufgegangen? Wie dem Golem Beitrag zu entnehmen ist, liegt die Brandursache nicht beim Akku, weil dieser eine hohe Sicherheit bieten soll. Eine spontane Selbstentzündung wird quasi ausgeschlossen.

Aber zugleich muss man sich fragen, ob es vielleicht erforderlich gewesen ist, das Auto abbrennen zu lassen. Ein Feuer ist grundsätzlich eine gute Maßnahme, um unangenehmen Untersuchungen aus dem Weg zu gehen. Jetzt wo das Auto verbrannt ist, kann der ADAC relativ lange darum bitten, es untersuchen zu dürfen. Diese Angelegenheit hat sich erst einmal erledigt. Allerdings rückt ein solcher Vorfall die beteiligten Unternehmen nicht gerade in ein gutes Licht. Im Grunde wird die Sache dadurch nur verschlimmert. Noch mehr Menschen werden jetzt annehmen, dass bei der Rekordfahrt betrogen wurde – denn weshalb sonst hätte das Fahrzeug in Flammen aufgehen sollen?

Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch. Wie dem Golem Beitrag zu entnehmen ist, arbeitet DBM bereits an einem neuen Trägerfahrzeug, an welchem die Akku-Technologie getestet werden soll. Vielleicht kann die Rekordfahrt damit ja wiederholt oder womöglich überboten werden. Warten wir es einfach mal ab.

Das ZDF hat übrigens auch einen guten Beitrag verfasst. Dort ist zu lesen, dass sich der Brand bereits Mitte Dezember ereignet hat. Der Gedanke, dass das Elektroauto von DBM in Brand gesetzt wurde, wird im nicht einmal angedeutet. Der Beitrag erweckt eher den Anschein, dass DBM zum Opfer wurde. Allerdings werden die Vorwürfe des ADAC ebenfalls angeführt.

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