In den USA kommt die Pannenhilfe für Elektrofahrzeuge

Es existiert eine ganze Reihe an Gründen, weshalb Elektroautos bisher nur äußerst selten anzutreffen sind. Neben der geringen Fahrzeugauswahl und den hohen Anschaffungskosten stellt vor allem die Reichweite ein Problem dar. Einige Autofahrer wissen genau, dass sie ein Elektroauto wegen der limitierten Reichweite nicht gebrauchen können. Hinzu kommt das Risiko des Stehenbleibens: Sollte man es nicht rechtzeitig bis zur nächsten Ladestation schaffen, hat man ein ernsthaftes Problem.

Wer mit einem konventionellen Fahrzeug stehen bleibt, hat es vergleichsweise leicht. Entweder füllt man den Tank wieder unmittelbar auf, oder man zieht mit dem Ersatzkanister los, um Benzin oder Diesel an der nächsten Tankstelle zu kaufen. Nach der Rückkehr befüllt man den Tank und die Fahrt geht weiter.

Bei Elektrofahrzeugen kann nicht auf diese Weise verfahren werden. Schließlich lassen sich die schweren Akkus nicht ohne weiteres mitnehmen. Außerdem nimmt das Laden deutlich mehr Zeit in Anspruch – und Ersatzkanister bzw. Ersatzakkus machen aufgrund des hohen Gewichts verständlicherweise wenig Sinn.

Der US-Automobilverband AAA (American Automobile Association) hat sich mit diesem Thema befasst und eine interessante Lösung entwickelt. Der Automobilclub will so genannte Ladefahrzeuge einsetzen. Sollte ein Verkehrsteilnehmer aufgrund eines leeren Fahrzeugakkus stehen bleiben, wird ein entsprechender Notruf abgesetzt. Die Helfer vom Pannendienst rücken mit ihrem Ladefahrzeug aus und laden die Akkus vor Ort wieder auf.

Entsprechende Fahrzeuge wurden bereits entwickelt. Sie unterstützen zwei unterschiedliche Modi, um die Fahrzeugakkus mit Wechselstrom oder auch mit Gleichstrom laden zu können. Vermutlich dürfte die Umsetzung über leistungsstarke Aggregate erfolgen, schließlich sollen 10 bis 15 Minuten an Ladezeit bereits ausreichen, damit die Fahrt fortgesetzt werden kann – zumindest um weitere 5 bis 24 Kilometer, damit die erschöpften Akkus an einer Ladestation richtig aufgeladen werden können.

Langfristig werden sich auch die Automobilclubs in Deutschland und Europa mit diesem Thema beschäftigen müssen. Denn sobald die Anzahl der Elektrofahrzeuge zunimmt, werden sich auch entsprechende Pannen und Notrufe häufen. Vor allem die Anzahl der eingehenden Notrufe ist nicht zu unterschätzen. Wenn ein Autofahrer wegen ausgegangenen Kraftstoffs stehen bleibt, kann er sich dank Reservekanister häufig selbst aus der Notlage befreien. Sind hingegen die Fahrzeugakkus leer, so führt am Ladefahrzeug vermutlich kein Weg vorbei. Denn auch andere Autofahrer könnten dann nicht wirklich helfen: Wenn die Akkus leer sind, wird richtig viel Ladespannung benötigt, um die Fahrt bald wieder fortsetzen zu können.

Schlagwörter: Elektrofahrzeug

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