Reifen mit abgefahrenem Profil sind auch im Sommer ein echtes Risiko

Ganz egal ob der Wechsel von Winterbereifung auf Sommerbereifung oder umgekehrt ansteht: Die meisten Autobesitzer drücken beim Blick auf das Reifenprofil gerne beide Augen zu. Häufig sagen sie sich, dass die Reifen noch genau diese Saison taugen und erst danach ersetzt werden. Schlussendlich wird eine Rechtfertigung zum Sparen gesucht, denn neue Reifen kosten Geld und belasten somit die Haushaltskasse.

Bei uns in Deutschland ist es ohnehin möglich, Reifen sehr lange zu fahren. Die Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern, was nicht gerade viel ist. Doch so mancher Autofahrer geht noch weiter, zumal die Reifen während der Saison ohnehin kaum kontrolliert werden. Die Kontrolle erfolgt meist erst dann wieder, wenn der wetterbedingte Reifenwechsel ansteht. Dabei ist diese Vorgehensweise sehr riskant, denn womöglich wurde die Mindestprofiltiefe längst unterschritten.

Das Unterschreiten der vorgeschriebenen Profiltiefe wird gerne mit einem Bußgeld assoziiert. Allerdings können die Folgen sehr viel weit reichender sein. Aufgrund seines schlechten Profils kann der Reifen nicht die Fahreigenschaften bieten, von denen üblicherweise auszugehen ist. Deshalb kann das Fahrzeug zum Beispiel in Kurven deutlich früher ausbrechen. Zudem ist es normal, dass sich Bremswege verlängern (hier gibt es konkrete Prozentwerte). Das Unfallrisiko wird hierdurch spürbar gesteigert. Reifenspezialisten raten deshalb nicht grundlos dazu, Sommerreifen spätestens ab einer Profiltiefe von zwei Millimetern zu erneuern – einige empfehlen den Wechsel sogar schon bei drei Millimetern.

Profiltiefe regelmäßig kontrollieren

An diesem Wochenende durfte ich selbst erfahren, wie wichtig es doch ist, regelmäßig einen Blick auf die Reifen zu werfen. Um ehrlich zu sein, liegt der letzten Reifencheck schon eine ganze Weile zurück. Allerdings sollte ich schnell merken, dass meine Sommerreifen nicht mehr taugen. Am Sonntag ist mein Auto in einer Kurve ausgebrochen, die Reifen hatten einfach die Bodenhaftung verloren. Angesichts der derzeit sehr hohen Sommertemperaturen ist dies überraschend, denn eigentlich müsste das Profil regelrecht auf dem Asphalt kleben.

Zuhause habe ich dann erst einmal die Profiltiefe ermittelt und dabei festgestellt, dass die vorderen Räder am Limit sind und es bei den Hinterrädern nicht viel besser aussieht. Also war es an der Zeit, gleich am Montag den Reifenfachhändler aufzusuchen und dort einfach mal zu schauen, ob es noch passende Sommerreifen gibt.

Zunächst hatte ich mich auf der Website des Reifenhändlers Pneuhage (ein Händler, der hier in der Region ansässig ist) umgesehen und dann kurz angerufen, um die Niederlassung zu fahren. Dort wurden die Reifen gleich auf die Felgen aufgezogen, ausgewuchtet und montiert. Alles in allem ging der Wechsel sehr schnell vonstatten, was für mich in diesem Fall wichtig war, weil ich derzeit viel mit dem Auto unterwegs bin. Eine Onlinebestellung hätte zu viel Zeit in Anspruch genommen.

Kfz-Tipp zum Sommer: Urlaubs-Check machen

Irgendwie war ich zunächst froh, nun wieder mit neuen Reifen unterwegs zu sein – schließlich beginnen diese Woche die Sommerferien und ab der nächsten Woche geht es dann in den Urlaub. Da ist es schon gut zu wissen, dass das Auto fit für die Fahrt ist.

Allerdings darf die Bedeutung der Reifen nicht unterschätzt werden. Bei den derzeit hohen Temperaturen sind die Räder gar kein so großes Thema. Problematisch wird es, wenn das Kühlsystem versagt und daraufhin der Motor überhitzt. Jedes Jahr bleiben zahlreiche Autofahrer während der Anreise in den Urlaub stehen, weil die Kfz-Technik streikt. Damit mir dies nicht passiert, habe ich beschlossen, mein Auto gleich im Anschluss an den Besuch beim Reifenhändler noch in einer Werkstatt durchchecken (ist übrigens ein Tipp vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat) zu lassen.

Preisbewussten Fahrzeugbesitzern kann ich nur dazu raten, Preise einzelne Werkstätten zu vergleichen. Es muss gar nicht unbedingt die Vertragswerkstatt sein. Auch Vertragswerkstätten anderer Marken sowie freie Werkstätten bieten den Urlaubs-Check an. Ich bin dann am Ende bei einer freien Werkstatt direkt bei uns in der Stadt gelandet. Ich konnte direkt mit dem Pkw vorbeikommen und ihn kurz checken lassen. Hierbei wurden keine Fehler entdeckt und am Ende hat mich die ganze Sache nur 29 Euro gekostet. Dieser Preis ist aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung. Dann kann es ja bald losgehen.

Schlagwörter: Reifen, Sicherheit

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