Was man bei Führerscheinverlust zu erwarten hat und tun kann

Ein Führerscheinverlust ist nicht erfreulich. Doch es gibt Wege, um das Problem zu lösen. Hier wird gezeigt, was man für seine Fahrerlaubnis tun kann.

Es ist alles andere als erfreulich, wenn der Führerschein weg ist. Dies gilt übrigens für jede Art von Verlust des Führerscheins, wobei die Bedeutung natürlich äußerst verschieden sein kann. Letzten Endes macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man seinen Führerschein (das eigentliche Führerscheindokument) verloren hat - im Sinne von verlegt - oder ob ein Verlust vorliegt, der auf einen Führerscheinentzug zurückzuführen ist.

Wenn man seine Führerscheinkarte lediglich verloren bzw. verlegt hat (dasselbe gilt im Endeffekt auch für den Fall, dass der Autoführerschein gestohlen wurde), ist dies im Grunde halb so schlimm. Im Grunde kann man ganz schnell für Abhilfe schaffen. Wurde die Fahrerlaubnis eingezogen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Unter Umständen kann es lange dauern, bis man wieder fahren darf und es drohen womöglich hohe Kosten, um damit eine Wiedererteilung der Erlaubnis erfolgt.

Wenn der Führerschein eingezogen wurde

Sollte es tatsächlich so sein, dass man den Führerschein abgeben musste, hat man nicht viel zu lachen. Erst einmal stellt sich die Frage, für welchen Zeitraum der Führerschein bzw. die Fahrerlaubnis an sich, eingezogen wurde. Wer Glück hat, wird nur verhältnismäßig leicht bestraft, indem beispielsweise ein Fahrverbot mit einer Dauer von drei Monaten verhängt wird. In solchen Fällen kann man im Grunde nicht viel tun und man sollte sich freuen, bald wieder fahren zu dürfen. Diese Zeit gilt es zu überbrücken, indem man nicht fährt und eben auf andere Verkehrsmittel ausweicht. Trotzdem fahren sollte man auf gar keinen Fall. Sollte dies auffallen (was leicht passieren kann), droht eine heftige Strafe, die womöglich zu einem langfristigen Führerscheinentzug führt.

Ist der Führerschein weg, weil man fleißig Punkte in Flensburg (Verkehrszentralregister) gesammelt hat, sieht die Sache schon ganz anders aus. Dies gilt besonders für den Fall, dass man mit Alkohol gefahren ist und eine oder gar mehrere Trunkenheitsfahrten vorliegen. Dann ist es möglich, dass der Führerschein für längere Zeit einbehalten wird. In solchen Fällen ist es ratsam, sich mit einer Fahrschule in Verbindung zu setzen und sich über die Möglichkeit der MPU zu informieren. Zwar ist die medizinisch psychologische Untersuchung keine günstige Angelegenheit, doch im Endeffekt bietet sie die Chance, den Führerschein wieder zu bekommen. In ganz schweren Fällen kann es empfehlenswert sein, einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht aufzusuchen und sich dort beraten zu lassen.

Sollte sich der Führerscheinverlust während der Probezeit ereignet haben, bleibt im Grunde nur eine Möglichkeit: Es gilt eine Nachschulung zu absolvieren, damit eine Wiedererteilung erfolgt. Auch hier ist es ratsam, sich mit einer Fahrschule in Verbindung zu setzen. Dort wird einem gesagt, welche Möglichkeiten bestehen und welches Aufbauseminar als Nachschulung anerkannt wird.

Führerscheinverlust aufgrund verlegter Dokumente

Hat man sein Führerscheindokument lediglich verlegt, beantragt man einfach einen neuen Führerschein. Hierzu gilt es das Landratsamt bzw. die Führerscheinstelle aufzusuchen. Im Verlustfall muss eine eidesstattliche Erklärung über den eigentlichen Verlust abgegeben werden, wodurch Kosten entstehen. Hinzu kommen Kosten für den neuen Führerschein, welcher bei der Bundesdruckerei in Auftrag gegeben wird. Auch hier fallen zusätzliche Kosten an und außerdem wird ein aktuelles Passfoto gefordert.

Falls der Führerschein gestohlen wurde, muss im Vorfeld eine Anzeige bei der Polizei gemacht werden. Dies bedeutet zwar, zusätzliche Arbeit in Kauf nehmen zu müssen, aber dafür ist es auf der Führerscheinstelle nicht erforderlich, die eidesstattliche Erklärung abgeben zu müssen.

Übrigens ist es durchaus gestattet, selbst zu fahren, wenn man seinen Führerschein verloren hat. Hier kann einem nicht so schnell eine Straftat unterstellt werden, weil die Fahrerlaubnis ja trotzdem besteht, man lediglich das entsprechende Dokument nicht bei sich führt. Die Polizei kann lediglich eine Verwarnung aussprechen, die ein geringes Bußgeld nach sich zieht. Aber gerade deshalb ist es ratsam, sich im Verlustfall möglichst schnell zum Landratsamt zu begeben, um einen neuen Führerschein oder sogar einen vorübergehenden Ersatzführerschein zu beantragen.