Ein polnischer Führerschein ist meist keine Lösung

Ohne MPU zu fahren, weil ein polnischer Führerschein gemacht wurde, ist oft riskant. Man sollte sich informieren, bevor man die Fahrschule besucht.

Wenn die Fahrerlaubnis eingezogen wurde, stehen etliche Leute erst einmal vor einem großen Problem. Ohne Führerschein auszukommen, ist nämlich gar nicht immer so einfach. Natürlich ist eine Wiedererteilung möglich, allerdings bedeutet dies, sich der medizinisch psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen zu müssen. Allerdings ist die Untersuchung nicht so leicht zu bestehen, weshalb viele Leute nach einem anderen Ausweg suchen.

So wird beispielsweise seit einigen Jahren bewusst auf ausländische Führerscheine gesetzt. Schließlich gelten innerhalb der EU spezielle Abkommen, die unter anderem eine gegenseitige Anerkennung der Führerscheine zur Folge haben. So mancher Autofahrer hat dies schon genutzt, um eine neue Fahrerlaubnis zu halten. Das Prinzip ist simpel: Es wird ein Autoführerschein im Ausland bzw. einem EU-Mitgliedstaat gemacht, um somit wieder in Deutschland fahren zu dürfen.

Fahrschulen in Polen gelten als sehr gefragt

Besonders Polen zieht relativ viele Fahrschüler an, die letzten Endes das Ziel haben, einen zweiten Führerschein zu machen. Dass der polnische Führerschein so gefragt ist, liegt vor allem daran, dass Polen ein Nachbarland ist, welches sich relativ gut erreichen lässt. Außerdem sind die Führerscheinkosten vergleichsweise niedrig bemessen. In so manch anderem Land würden die Kosten deutlich höher liegen.

Außerdem gibt es inzwischen eine ganze reihen an polnischen Fahrschulen, die sich speziell um deutsche Führerscheintouristen kümmern. So wird beispielsweise der Fahrschulunterricht in deutscher Sprache abgehalten, wodurch sich das Bestehen der Führerscheinprüfungen deutlich leichter gestaltet.

Meist ist ein polnischer Führerschein sehr riskant

Wer ohne MPU fahren möchte, sollte sich jedoch genau überlegen, ob die Lösung tatsächlich darin besteht, nach Polen zu fahren und dort den Autoführerschein zu machen. Zwar gibt es mittlerweile sehr viele Autofahrer, die ihre Führerscheine im Ausland gemacht haben, doch nicht selten wird ihnen das Fahren in Deutschland trotzdem nicht gestattet. Auch das Umschreiben ist ein Thema, das relativ schnell zu Problemen führen kann. Wer nicht aufpasst, hat das Geld für die polnische Fahrschule umsonst ausgegeben.

Dem Gesetzgeber ist der Führerscheintourismus ein großer Dorn im Auge. Aus Sicht der Politik darf es nicht sein, dass sich Autofahrer im Straßenverkehr nicht korrekt verhalten und nach einem Führerscheinentzug einfach eine neue Fahrerlaubnis im Ausland erlangen. Deshalb bewegen sich die Autofahrer oftmals in einer Grauzone. Bei der Umschreibung treten deshalb immer häufiger Schwierigkeiten um, die oftmals zur Folge haben, dass das Umschreiben nicht erfolgen kann und die polnische Fahrerlaubnis ebenfalls an Gültigkeit verliert.

Ein wichtiger Punkt, der in diesem Zusammenhang zu erwähnen ist, ist beispielsweise der Wohnsitz. Damit der in Polen gemachte Führerschein dort langfristig gültig ist, muss man seinen Wohnsitz in Polen haben - schon allein aus diesem Grund sind viele Führerscheine ungültig. Alles in allem handelt es sich um ein äußerst kompliziertes Thema, welches es vorsichtig anzugehen gilt. Im Zweifelsfall ist es ratsam, sich Rat bei einem Rechtsanwalt zu hole, der sich auf Verkehrsrecht spezialisiert hat. Schließlich wäre es ärgerlich, wenn man erneut die Führerscheinprüfung ablegt und man am Ende trotzdem nicht fahren kann.