Wie man ein H-Kennzeichen beantragen kann

Beim H-Kennzeichen sprechen die Vorteile für sich. Doch nicht jedes Auto oder Motorrad kann das praktische Oldtimer Kennzeichen am Ende erhalten.

Wer einen Oldtimer besitzt und diesen zulassen möchte, verfügt unter Umständen über mehrere Möglichkeiten. Eine reguläre Zulassung ist im Grunde immer möglich, sofern das Fahrzeug den gesetzlichen Anforderungen entspricht bzw. es die Hauptuntersuchung beim TÜV besteht. Unter Umständen bzw. in Abhängigkeit vom Zustand ist es ggf. möglich, auch eine Zulassung als Oldtimer zu erreichen, bei welcher das Fahrzeug mit dem so genannten H-Kennzeichen versehen wird.

Das Interesse an diesem Kennzeichen ist enorm groß, was letztlich nicht verwundert. Für den Fahrzeughalter kann es nämlich gleich mehrere Vorteile mit sich bringen. Hierzu zählt vor allem die Tatsache, bei der Kfz-Steuer sparen zu können. Die Steuer wird für Oldtimer pauschal ermittelt. Je nach Motorisierung kann es sein, dass hierdurch eine satte Verringerung der Steuer möglich ist. Ebenso kann auf die Feinstaubplakette verzichtet werden. Auch ohne Umweltplakette ist es - zumindest in Verbindung mit dem Oldtimer Kennzeichen - gestattet, innerhalb von Umweltzonen zu fahren. Außerdem bieten sich Vorteile bei der Kfz-Versicherung, die sich beispielsweise durch einen niedrigeren Beitrag sowie zusätzliche Leistungen bemerkbar machen.

Wie das H-Kennzeichen zugänglich wird

Auf dem Landratsamt wird das Oldtimerkennzeichen jedoch nicht einfach so vergeben. Gleich mehrere Anforderungen müssen erfüllt sein, damit ein solches Nummernschild erhältlich ist. Im Wesentlichen müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein. Die bestandene Hauptuntersuchung beim TÜV wurde bereits genannt. Des Weiteren ist es erforderlich, dass das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt ist. Hier kommt es jedoch nicht auf das Baujahr, sondern auf die Erstzulassung an.

Der dritte Punkt bereitet zumeist die größten Schwierigkeiten. Es muss nämlich ein Gutachten vorgelegt werden, welches belegt, dass es sich beim besagten Auto oder Motorrad um ein kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut handelt. Ohne dieses Gutachten ist es nicht möglich, das historische bzw. H-Kennzeichen zu erhalten.

Ein solches Gutachten ist über den TÜV erhältlich. Dort wird auf den Zustand geachtet. In erster Linie ist es wichtig, dass das Fahrzeug dem Originalzustand entspricht und keine baulichen Abweichungen aufweist. Nachgerüstete Katalysatoren werden geduldet, doch andere Modifikationen können unter anderem Schwierigkeiten machen. Außerdem sollte das Fahrzeug auf gar keinen Fall verbastelt sein, sondern mit einem erstklassigen Zustand punkten. Es ist zu berücksichtigen, dass derartige Fahrzeugabnahmen häufig nicht dauerhaft gemacht werden. Sicherheitshalber sollte man sich vorab beim TÜV informieren (auch über die Kosten) und dann einen Termin für die Fahrzeuguntersuchung vereinbaren.

Die Vorteile bei Steuer und Versicherung

Wie schon erwähnt wurde, bringen Oldtimer Kennzeichen gewisse Vorteile mit sich. Bei der Kfz-Steuer kann richtig gespart werden. Die pauschale Besteuerung ist bei allen Oldtimern gleich hoch bemessen und führt ggf. zu einer sehr deutlichen Kostenreduzierung. Allein aus diesem Grund gibt es viele Fahrzeugbesitzer, die eine solche Einstufung anstreben.

Beim Versicherungsschutz sieht es nicht viel anders aus. Eine Oldtimerversicherung zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen Beitrag aus. Außerdem können attraktive Zusatzleistungen enthalten sein, die beispielsweise bei einer Reparatur zur Kostenersparnis führen. Allerdings sind die Versicherer meist besonders streng. Ein Oldtimer Gutachten wird fast immer vorausgesetzt und häufig muss die Zulassung als Zweitwagen oder Drittwagen. Erstfahrzeuge müssen bei fast allen Anbietern regulär versichert werden.