Was beim Kauf von Weißwandreifen zu beachten ist

Weißwandreifen werden im Internet von immer mehr Händlern angeboten. Doch nicht jeder Reifenhändler kann mit guten Reifen für Oldtimer überzeugen.

Nicht immer sahen Autoreifen und Motorradreifen so aus, wie wir es von den modernen Reifen her kennen. In der Anfangszeit wurden Fahrzeugreifen ausschließlich aus Kautschuk hergestellt und waren daher vollständig weiß. Im Lauf der Zeit wurden von den Reifenherstellern weitere Stoffe zugegeben, wodurch sich die Reifenfarbe änderte. Anfangs wurde nur am Reifenprofil auf diese Weise verfahren, sodass die Reifen an der Seite bzw. an der Reifenwand ihre weiße Farbe immer noch beibehielten. Derartige Reifen werden heutzutage als Weißwandreifen bezeichnet.

So mancher Oldtimerbesitzer hat es nicht leicht, wenn es um das Thema Reifenkauf geht. Bestimmte Fahrzeugmodelle (Autos sowie Motorräder) wurden früher mit Weißwandreifen ausgeliefert. Damit die Fahrzeuge original bleiben bzw. der Originalzustand nicht verändert wird, gilt es entsprechende Reifen mit weißer Wand nachzukaufen. Allerdings ist dies leichter gesagt als getan.

Weißwandreifen werden nicht mehr produziert

Die großen Reifenhersteller fertigen derartige Reifen schon lange nicht mehr. Deshalb kann man nicht einfach einen Reifenhändler aufsuchen und sich dort entsprechend eindecken. Im konventionellen Reifenhandel wird man es schwer haben, überhaupt fündig zu werden. Besitzer von Oldtimern müssen daher gezielt vorgehen und oftmals ein wenig kreativ sein, damit sie letztlich die Bereifung erhalten, die für ihr Fahrzeug vorgesehen ist.

Eine der Möglichkeiten besteht darin, spezielle nachproduzierte Reifen zu erwerben. Allerdings ist dies äußerst schwierig. Zum aktuellen Zeitpunkt ist und kein europäischer Reifenproduzent bekannt, der entsprechende Autoreifen liefern kann. Allerdings soll es in den USA ein paar kleinere Betriebe geben, die sich in der Lage befinden, originale Weißwandreifen bzw. klassische Oldtimerreifen zu produzieren. Ob derartige Reifen für einen Kauf in Frage kommen, hängt davon ab, welche Art von Reifen benötigt wird. Faktoren wie Reifenart (ob Autoreifen oder Motorradreifen) und Reifengröße spielen eine wichtige Rolle.

Reifen mit weißem Rand selber machen

Eine ganz andere Möglichkeit besteht darin, vom Kauf derartiger Reifen abzusehen und auf moderne Reifen zurückzugreifen. Im Grunde ist dies sogar sinnvoll, weil die modernen Auto- und Motorradreifen eine deutlich höhere Sicherheit bieten und mit einer besseren Lebensdauer punkten. Der einzige Haken: Die Reifenoptik kann nicht überzeugen bzw. weicht sie vom Original ab.

Einige Fahrzeugbesitzer setzen deshalb auf Tuning bzw. auf eine Modifizierung der Reifen. Das Prinzip ist simpel: Reifen in geeigneter Größe werden im Reifenhandel gekauft und dann mit einem weißen Streifen versehen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der weiße Reifenrand wird mit Farbe aufgemalt oder er wird mit einem Aufsatz aufgeklebt.

In beiden Fällen gilt es vorsichtig zu sein. Wer mit Farbe arbeitet, muss unbedingt darauf achten, dass die Farbe gut hält, den Reifen jedoch nicht angreift. Bei Unsicherheit sollte man Rat beim Reifenexperten oder auch beim TÜV einholen. Bei den Aufsätzen, die seitlich angeklebt werden, gilt es besonders gut aufzupassen: Die Verwendung im öffentlichen Straßenverkehr ist zumeist verboten, da sich die Ringe meist schnell lösen können.